Tübinger Hanschriftenkatalog

 

Der Tübinger Handschriftenkatalog

In diesem Handschriftenkatalog der Universitätsbibliothek Tübingen kann derzeit folgender Bestand recherchiert werden:

  • deutsche Handschriften (Md und Mh)
  • Kollegienhandschriften der Tübinger Universitätsdozenten (Mh II)
  • Handschriften bezgl. der Tübinger Universität, UB (Mh III)
  • griechischen Handschriften (Mb) (ca. 50 Signaturen)
  • lateinische Handschriften (Mc)
  • germanische Handschriften (Me)
  • spanische Handschriften (Mf III) (5 Signaturen)
  • Für die Suche nach Handschriften aus Nachlässen, insbesondere für Nachlässe, welche die Universitätsbibliothek nach 1983 erworben hat (Mn), steht der Tübinger Nachlasskatalog zur Verfügung.

    Auf den Seiten der Universitätsbibliothek Tübingen finden Sie allgemeine Informationen zu den Handschriften der Universitätsbibliothek, zur Systematik der seit dem 19. Jahrhundert nach Sprachgruppen unterteilten Handschriftenbestände und Handschriftensignaturen sowie Hinweise auf weitere gedruckte und online verfügbare Handschriftenkataloge.

    Insbesondere die kleineren Handschriftensignaturengruppen, die französischen (Mf I) und italienischen Handschriften (Mf II), der Urkundenbestand (Ml) sowie die auf Tübingen bezüglichen Handschriften (Mh III) sind weiterhin nur über den handschriftlichen Bandkatalog zugänglich, der im Handschriftenlesesaal eingesehen werden kann (Signatur: buch H 730).

     

    Die deutschen Handschriften

    Die in diesem Katalog erschlossenen deutschen Handschriftenbestände des 16. bis 20. Jahrhunderts, Md (1129 Signaturen) und Mh (1045 Signaturen), machen einen Großteil des rund 5800 Signaturen umfassenden Tübinger Handschriftenbestandes aus. Md umfasst innerhalb der nach Sprachgruppen geordneten Systematik der Tübinger Sammlung allgemeine Handschriften, die in deutscher Sprache verfasst sind sowie die bis 1983 von der Universitätsbibliothek erworbenen Nachlässe. Mh enthält die deutsche Handschriften, die zusätzlich einen thematischen Bezug zu Württemberg aufweisen. Die Dokumente gelangten häufig auf dem Weg des Erwerbs oder der Schenkung ganzer Gelehrtenbibliotheken aus dem Umfeld der Stadt und Universität Tübingen in die Universitätsbibliothek, wo sie Ende des 18. Jahrhunderts erstmals von den Druckwerken separiert aufgestellt wurden.

    Während insbesondere für die orientalischen Handschriften schon im 19. Jahrhundert und für die griechischen Crusius- und lateinischen Handschriften in den Jahren 1985 bis 2001 mit Hilfe der Förderung durch die DFG detaillierte Kataloge erarbeitet und gedruckt werden konnten, fehlte seit langem eine Aufarbeitung der vielfältigen und umfangreichen deutschen Handschriftenbestände und die Bereitstellung einer leichter zugänglichen Recherchemöglichkeit für eine breitere Öffentlichkeit.  Einziges Zugangsmedium zu diesen Handschriften war bis dato das in den Jahren 1839 bis 1841 erstellte handschriftliche Katalogwerk Adelbert von Kellers (1812-1883), das von der Handschriftenabteilung sukzessive bis in die jüngste Zeit fortgeführt worden war. Auf dieser durchaus substantiellen Grundlage und finanziert durch die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg erarbeitete Silke Schöttle in den Jahren 2007 bis 2010 eine neue Kurzbeschreibung dieser für die Tübinger und allgemeine Universitäts-, Wissenschafts- und Kulturgeschichte wertvollen Handschriften. Dr. Gerd Brinkhus ergänzte die Beschreibung der rund vierzig in den Beständen Md und Mh enthaltenen mittelalterlichen Handschriften. Ulrike Mehringer und Dr. Friedrich Seck sorgten für das auf die Handschriften abgestimmte Datenformat, die Datenverarbeitung und die Realisierung des Online-Katalogs mit TUSTEP.

    Der Online-Katalog beinhaltet Kurzbeschreibungen auf der Basis einer Autopsie jeder einzelnen Handschrift. Wichtige Hilfsmittel dieser Erschließungsarbeit waren die handschriftlichen Vorgängerkataloge, insbesondere die ersten Handschriftenkataloge des Tübinger Unterbibliothekars Jeremias David Reuss (1750-1837) aus dem 18. Jahrhundert (Mh 429, Mh 546) und der Katalog Adelbert von Kellers (Mh III 118, HLS: buch H 730). Der spätere Professor für neuere Sprachen an der Universität Tübingen und Präsident des Literarischen Vereins in Stuttgart legte diesen Katalog im Zuge einer Neuordnung der Tübinger Handschriftensammlung in den Jahren 1839 bis 1841 an. In Hinblick auf sein eigenes philologisches Interessensgebiet und sprachliche Quellenstudien systematisierte er den Handschriftenbestand nach Sprachgruppen und einzelnen Sprachen und ordnete diesen innerhalb der damaligen Gesamtsystematik der Bibliothek das Signaturenkürzel M mit weiter unterteilenden Kleinbuchstaben und römischen Ziffern zu (Ma-Mg). Für die Württembergica (Mh), Autographen (Mi), Musikalien (Mk) und Urkunden (Ml) legte er zudem thematische und formalsachliche Sammlungen an, ein System, das noch heute existiert.

    Die Separierung der Handschriften von den Drucken und die Keller'sche Umstrukturierung des Handschriftenbestandes nach Sprachgruppen führten im Laufe der Zeit nicht nur zur Trennung ehemals zusammengehörender Handschriften und Aktenvorgänge, wie sie in den deutschsprachigen Handschriftenbeständen vorkommen, sondern auch zur Auflösung der für die Quellenkritik wichtigen, aber heute in vielen Fällen nur noch schwer wieder rekonstruierbaren Provenienzzusammenhänge. Die damit einhergehende inhaltliche und formale Heterogenität der Bestandszusammensetzung erfordert daher möglichst vielfältige und flexible Recherchezugänge, wie sie dieser Online-Katalog mit mehreren Suchmasken und Anzeigeoptionen, ein gleichzeitiger Papierausdruck des Katalogs mit Personen-, Orts- und Sachregistern sowie die folgenden Skizzierungen der Bestandsprofile ermöglichen sollen.  
     

    Md: Die deutschen Handschriften

    Der Handschriftenbestand Md enthält zur Zeit 1129 deutsche Handschriftensignaturen, unter denen sich auch die bis 1983 von der Universitätsbibliothek erworbenen Nachlässe befinden. Die Bände datieren, neben einzelnen mittelalterlichen Handschriften, aus dem 16. bis 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt auf dem 18. und 19. Jahrhundert. Die inhaltliche und formale Heterogenität und Vielfalt ist groß. Der Bestand umfasst neben Monographien und Sammelhandschriften auch Akten, Korrespondenz und Materialsammlungen. Zum Bestand zählen so unterschiedliche Dokumente wie Chroniken, Urkunden, Erbinventare, Predigten, Rechtstexte, Prozessakten, Grammatiken, Reisebeschreibungen, Tagebücher, Gedichtbände und Studentenstammbücher.

    Einen besonderen Schwerpunkt in Md bilden die verschiedensten Handschriften zur Rechtswissenschaft und Rechtsgeschichte. Die Tübinger Juristenfamilien Frommann und Scheinemann im 18. Jahrhundert, die Professoren der Rechte und württembergischen Geheimräte Gottfried Daniel (1719-1780) und Johann Daniel Hoffmann (1740-1814), der Jurist Sixt Jacob Kapff (1735-1821) und der Stuttgarter Advokat Ludwig Friedrich Griesinger (1767-1845) hinterließen der Universitätsbibliothek mit ihren Bücherlegaten eine große Zahl an juristischen Texten und Materialien, darunter eine Zusammenstellung von über dreihundert Konsilien der Tübinger Juristenfakultät aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, eine Statutensammlung und ausgearbeitete praktische Rechtsfälle. Das juristische Themenfeld wird ergänzt durch eine große Zahl an Formularbüchern, Gerichtsurteilen, Stadtrechtskompilationen und juristischen Vorlesungsnachschriften unterschiedlicher Provenienz, die nicht nur Württemberg, sondern beispielsweise auch Städte wie Nürnberg, Braunschweig oder Bamberg betreffen. Eine besondere Dokumentation stellen die Prozessunterlagen mit Reichskammergerichtsakten um den jahrelangen Rechtsstreit des Speyrer Domdekans August von Limburg-Styrum (1721-1797) mit dem dortigen Domkapitel aus dem 18. Jahrhundert dar.

    Die Handschriften zur Philologie, Literatur und Linguistik bilden einen weiteren thematischen Schwerpunkt des Bestandes. Die Autographen des Pfarrers und Sprachforschers Friedrich Carl Fulda (1724-1788), die Materialsammlungen Ludwig Uhlands (1787-1862) zur Literaturgeschichte und die Nachlässe der Tübinger Professoren der Germanistik und Romanistik Wilhelm Ludwig Holland (1822-1891), Karl Moritz Rapp (1803-1883) und Hermann von Fischer (1851-1920) zeichnen ein deutliches Bild der Philologie des 19. Jahrhunderts. Der Calwer Verlagsverein schenkte der Universitätsbibliothek 1922 seine gesamte Büchersammlung, darunter auch eine "Eskimoische Grammatik" und ein entsprechendes "eskimoisch-deutsches Wörterbuch". Die Akten des im 19. Jahrhundert sehr aktiven und noch kaum erforschten Literarischen Vereins Stuttgart gelangten vermutlich über Adelbert von Keller in die Universitätsbibliothek. Derselbe hinterließ zudem auch zahlreiche Abschriften mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Handschriften, die er in verschiedenen europäischen Archiven und Bibliotheken anfertigen und in der Reihe des Literarischen Vereins edieren ließ.

    Die Vielfalt der Themen und Textformen des Bestandes spiegelt sich in einigen wenigen Beispielen wider: Die Signaturengruppe Md beinhaltet etwa eine Sammlung Biberacher Urkundenabschriften des 15. bis 17. Jahrhunderts und mehrere Werke zur Numismatik, darunter auch eine minutiöse Beschreibung des Münzkabinetts des Münchner Goldschmiedemeisters Conrad Schwarz (um 1550).  Die Bücherschenkung des Tübinger Mathematikprofessors Friedrich Christoph von Pfleiderer (1736-1821) enthält nicht nur seine eigenen Studien, sondern auch studentische Arbeiten zur Mathematik, Physik und Astronomie. Der Theologe Nathanael Köstlin (1744-1826) hinterließ seine umfangreiche Predigtsammlung. Der Tübinger Bibliothekar und spätere Professor der Philosophie in Göttingen Jeremias David Reuss (1750-1837) vermachte der Universitätsbibliothek nicht nur die von ihm angelegten Tübinger Handschriftenkataloge, sondern auch seine Materialsammlungen zur Göttinger und allgemeinen Universitätsgeschichte. Mit den klinischen Aufzeichnungen Johann Heinrich Ferdinand von Autenrieths (1772-1835) besitzt die Universitätsbibliothek eine wichtige Quelle zur Geschichte der Medizin in der Anfangsphase des Tübinger Klinikums aus den Jahren 1805 bis 1811. Autenrieths Bruder, der württembergische Landstallmeisters des Landesgestüts Marbach Christoph Friedrich Autenrieth (1774-1838) hinterließ mehrere Bände zur Reitkunst und Pferdeheilkunde, darunter eine der schönsten Handschriften des Bestandes, eine mit leuchtenden Aquarellzeichnungen illustrierte Abschrift der Reitlehre Federico Grisones vom Ende des 16. Jahrhunderts.

    Eine Besonderheit stellt die Exzerpten- und Faktensammlung des Tübinger Juristen, Advokaten und Hauslehrers Eberhard Friedrich Hehl (1765-1847) dar. In mehr als 260 Bändchen sammelte er von den 1780er Jahren bis 1846, minutiös nach Jahrestagen geordnet, Daten, Fakten und Materialien der politischen, militärischen und kulturellen Ereignisse in der Geschichte und seiner eigenen Zeit. In mehreren Serien legte er für jedes einzelne Datum des Jahres Notizen über historische und zeitgeschichtliche Vorkommnisse an, die er jahrweise miteinander verglich und mit seinen persönlichen Erfahrungen ergänzte. Zahlreiche von Eberhard Friedrich Hehl selbst gemalte farbige Zeichnungen von Persönlichkeiten, Schauplätzen und Situationen der gesamten Weltgeschichte fügen sich zu einem lebendigen und bunten Bild der Zeit um 1800.  

    Illustratorische Highlights des Bestandes sind die prächtig kolorierten Wappen der Mitglieder des Großen Rats in Nürnberg (16./17. Jh.), die Figurengedichte Johann Gregorius Büchlers (um 1690), die Darstellung eines genealogischen Stammbaums aller Länder der Erde von Friedrich Carl Fulda (1724-1788) und die Aquarelle der Skizzenbücher des Orientalisten Julius Euting (1839-1913) mit Eindrücken seiner Reisen in den Orient.

    Hier befinden sich zudem beispielsweise die Nachlässe des Theologen und Orientalisten Christian Friedrich von Schnurrer (1742-1822), des Theologen Ferdinand Christian Baur (1792-1860), des Pfarrers und Schriftstellers Gustav Schwab (1792-1850), des Staatswissenschaftlers Robert von Mohl (1799-1875), des Orientalisten Rudolf von Roth (1821-1895), des Mediziners und Philosophen Alfons Bilharz (1836-1925), des Kunsthistorikers Konrad Lange (1855-1921) und des Photochemikers und Professors für Photographie an der Technischen Hochschule Stuttgart Eugen Englisch (1869-1905).

     

    Mh: Die württembergischen Handschriften 

    Der Bestand Mh beinhaltet derzeit 1045 Signaturen des 16. bis 20. Jahrhunderts mit thematischem Bezug zu Württemberg. Seine Handschriften stellen eine wertvolle Quelle zur württembergischen Landes- und Stadtgeschichte sowie zur Vergangenheit der Universität Tübingen dar. Die überwiegend aus dem Tübinger und Stuttgarter Umfeld stammenden Provenienzen der Handschriften sind aufs Engste mit denen des Bestandes Md verwoben. Teile der Büchersammlungen Gottlieb Daniel (1719-1780) und Johann Daniel Hoffmanns (1740-1814), Friedrich Carl Fuldas (1724-1788), Sixt Jacob Kapffs (1735-1821), Christoph Friedrich von Pfleiderers (1736-1821), Christoph Friedrich Autenrieths (1774-1838), Ferdinand Christian Baurs (1792-1860), Robert von Mohls (1799-1875) und Friedrich von Thudichums (1831-1913) finden sich auch hier wieder. Hinzu treten die Bücherlegate württembergischer Theologen, Juristen, Professoren, Räte und Politiker wie etwa Wendel Bilfinger (1591-1661), Johann Ulrich Pregitzer (1647-1708), Eberhard Friedrich von Georgii (1757-1830) oder Johannes Fallati (1809-1855).

    Der Bestand enthält zahlreiche Chroniken und Werke zur Geschichte Württembergs, der württembergischen Herzogsfamilie und einzelner Städte wie etwa Göppingen oder Schwäbisch Hall. Einen Schwerpunkt bilden rechtliche Statuten und Ordnungen in Original und Abschrift, darunter herzogliche Generalreskripte sowie württembergische und städtische Vorschriften des 17. und 18. Jahrhunderts von der Bergwerks- bis zur Perückenmacherordnung, die hauptsächlich aus dem Besitz des Göppinger Untervogts Georg Christoph Chategnier (um 1700) stammen. Johann Daniel Hoffmanns juristische Kollektaneen zum württembergischen Lehen- und Familienstaatsrecht und seine Handakten aus der Zeit als württembergischer Rat befinden sich hier ebenso wie eine aus zahlreichen Provenienzen zusammengewürfelte und vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts gebundene Sammlung von Schriftstücken heterogenen, aber sich im weitesten Sinne auf Württemberg beziehenden Inhalts vom 16. bis 19. Jahrhundert. Die unter dem Titel "Württembergische Akten und Kollektaneen" erfasste Zusammenstellung würde eine Einzelblatterschließung benötigen, die im Rahmen der Kurzerschließung des Bestandes nicht geleistet werden konnte.

    Textsorten und Inhalte sind auch hier bunt gewürfelt: Prozessakten und Stipendienakten, Leichenpredigten und Dienerbücher, Fundusverzeichnisse der Oper und Theaterstücke des Stuttgarter Hoftheaters aus dem 18. Jahrhundert wollen entdeckt werden. Die Beschreibung des Feuerwerks in Ludwigsburg zu Ehren des Geburtsfestes Herzog Eberhard Ludwigs im Jahr 1731 steht im Magazin nicht weit von der Verordnung zum Schutz der Kirchenratsregistratur vor Feuersgefahr aus dem Jahr 1789. Die Sammlung Karl August Bernhard Hochstetters (1790-1867) über die Tübinger Professoren seit Gründung der Universität bis um 1865 sind eine interessante Quelle zur Personengeschichte Württembergs und der Universität Tübingen. Die Manuskripte Ferdinand Friedrich Fabers (1789-1858) mit den Kollektaneen Friedrich Ludwig Frommanns (1732-1770) und Karl Friedrich Hoffackers (1758-1824) zu den württembergischen Familienstiftungen stellen die Vorarbeit und Grundlage zu dem wichtigen 1853 bis 1858 von Faber herausgegebene Werk "Die württembergischen Familienstiftungen" dar.

    Die Tübinger Studentenstammbücher aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, die Darstellung des Universitätsturnlehrers Carl Wüst über das Turnen an der Universität Tübingen von 1845 bis 1895 oder der Nachlass des Universitätsmusikdirektors Otto Scherzer (1821-1886) stellen wertvolle Quellen zur Geschichte der Universität Tübingen dar. Außerdem enthält der Bestand auch einiges über die Geschichte der Tübinger Universitätsbibliothek und ihre Bücherbestände, etwa die Pläne zur Aufstellung der Bücher in den Magazinen des 1912 erbauten Bonatzbaus, das Bücherverzeichnis der katholisch-theologischen Fakultät und des Priesterseminars in Ellwangen zu Beginn des 19. Jahrhunderts oder den Katalog der Bibliothek des Tübinger Collegium Illustre von 1750.

    Eine Besonderheit sind die über 55 Pergamenturkunden der Klöster Weißenau und Weingarten sowie der Grafen von Montfort aus dem 15. und 16. Jahrhundert, welche die Universitätsbibliothek im 19. Jahrhundert aus dem Besitz des Juraprofessors Adolph Michaelis (1797-1863) aufkaufen konnte. Dem Auge des Betrachters bietet die Chorographia David Wollebers (1555-1597) prächtig kolorierte Wappenzeichnungen der Klöster, Städte und edlen Familien Württembergs. Das nur wenige Zentimeter große "Weinbüchlein" aus Heilbronn verzeichnet von 1519 bis 1652 fast ununterbrochen Notizen über die Erntemenge, die Qualität und die Preise der Heilbronner Weine.
     
    Der Theologe Friedrich Christoph Oetinger (1702-1782) und der Pfarrer und Kirchenlieddichter Karl Friedrich Harttmann (1743-1815) hinterließen der Universitätsbibliothek ihre Korrespondenz, die Stuttgarter Mediziner Karl Christoph Friedrich von Jäger (1773-1828) und Georg Friedrich von Jäger (1785-1866) ihre medizinischen Nachlässe. Die forstwissenschaftlichen Unterlagen und Reisebeschreibungen des Forststatistiker Christian Wilhelm von Tessin (1781-1846) in Kilchberg gelangten ebenso in den Bestand wie die Kollektaneen zur Geschichte des Klosters Bebenhausen mit den Forstnotizbüchern Friedrich August von Tschernings (1819-1900).

    Recherchierbar sind zudem die Kolleg- und Vorlesungsnachschriften der Universitätsbibliothek (Mh II) und des Universitätsarchivs (S 100) aus dem 18. bis 20. Jahrhundert mit fast 2300 Titelaufnahmen. Vertreten sind fast alle universitären Fachgebiete, besonders jedoch Jura, Staatswissenschaften und Theologie. Dieser Teilbestand bildet eine wertvolle Sammlung zum universitären Lehrangebot des 18. bis 20. Jahrhunderts, zum akademischen Lehralltag und zur Wissenschaftsgeschichte, dessen Wert auch überregional über Tübingen hinausreicht.

    Die Handschriften, die sich auf die Stadt Tübingen beziehen (Mh III) bieten weitere interessante Inhalte zur Tübinger Universitäts- und Stadtgeschichte. Sie sind ebenfalls in diesem Katalog recherchierbar (und außerdem über den handschriftlichen Bandkatalog zugänglich, der im Handschriftenlesesaal eingesehen werden kann: Mh III 118, HLS: buch H 730).
    Silke Schöttle

     

    Die spanischen Handschriften (Mf III)

    Die fünf in diesem kleinen Bestand zusammengeführten spanischsprachigen Handschriften wurden im Zuge der Neuordnung des Tübinger Handschriftenbestandes nach philologischen Gesichtspunkten im 19. Jahrhundert aus größeren Bücherlegaten herausgetrennt und unter der Signatur Mf III als Handschriftenteilbestand zusammengefügt. Ihre Herkunft konnte in allen Fällen durch Vermerke, Schreiberhände und Exlibris wieder rekonstruiert werden. Sie stammen aus den der Universitätsbibliothek vermachten Büchersammlungen Eberhard Friedrich Hehls (1765-1847), Ludwig Friedrich Griesingers (1767-1845), Adelbert von Kellers (1812-1883), Wilhelm Ludwig Hollands (1822-1891) und Franz Augusts Schenk von Stauffenberg (1834-1901). Außer der Handschrift Mf III 2 handelt es sich um Abschriften aus der spanischen Literatur, darunter eine Abschrift des Don Quixote durch Eberhard Friedrich Hehl, die er zwischen 1841 und 1846 anfertigte.        
    Silke Schöttle

     

    Hinweise zur Recherche im Handschriftenkatalog

    Der Handschriftenkatalog ermöglicht derzeit die Suche in drei verschiedenen Suchmasken. In der Kopfzeile des Katalogs können Sie über die Menüpunkte „Stücksuche“, „Personensuche“ und „Körperschaftssuche“ eine Suchmaske auswählen.

    In der „Stücksuche“ kann über verschiedene Parameter und Spezifikationen nach einer Handschrift gesucht werden. Als Ergebnis erhalten Sie die vollständige Handschriftenbeschreibung mit Signatur. Unter „Ausgabeformat“ kann gewählt werden, ob für die Ergebnisanzeige die Handschriftenbeschreibung oder eine Kurztitelliste (Titel, Entstehungsdatum, Signatur) gewünscht ist. Von der Kurztitelliste gelangt man über Anklicken der Suchergebnisnummer zur Beschreibung im Vollformat
    In der Suchmaske „Personensuche“ kann nach in den Handschriften vorkommenden oder beteiligten Personen recherchiert werden. Ergebnis einer solchen Suche ist ein Personensatz mit Lebens- oder Wirkungsdaten, kurzen Angaben zur Person, PND-Nummer und Verweisungsformen. Über einen Link können alle mit der entsprechenden Person verknüpften Datensätze angezeigt werden.
    In der Suchmaske „Körperschaftssuche“ kann entsprechend nach beteiligten und genannten Institutionen und Körperschaften recherchiert werden. Suchergebnis ist die GKD-Nummer und ein weiterführender Link zu allen mit der Körperschaft verknüpften Handschriftenbeschreibungen.

    Mehrere Suchwörter werden automatisch durch den logischen Operator UND verknüpft. Das gilt für Suchangaben in verschiedenen Feldern der Suchmaske als auch für Suchwörter in einem Feld, die durch Leerzeichen voneinander getrennt sind. Deshalb gilt: Je weniger Felder Sie ausfüllen, desto größer wird die Treffermenge. Je mehr Felder Sie ausfüllen, desto kleiner wird die Treffermenge.

    Alle eingegebenen Suchwörter werden als einzelne Stichwörter behandelt, die Reihenfolge ist dabei gleichgültig.. Mehrere Stichwörter können in den Feldern „Titel“ und „Freitext“ durch Eingabe von Anführungszeichen zu einem Suchbegriff zusammengefasst werden (Stringsearch, z. Bsp.: „summa theologiae“).

    Ist Ihnen die Schreibweise eines Begriffs nicht ganz bekannt oder wollen Sie die Suche über Wörter mit gleichem Wortstamm ausdehnen, können die Suchbegriffe an jeder Stelle eines Wortes auf folgende Weise trunkiert werden:
    ? =  ersetzt genau ein Zeichen
    * =  ersetzt kein oder beliebig viele Zeichen

    Die Groß- und Kleinschreibung muss nicht beachtet werden. Außer bei ä, ö und ü verzichten Sie am besten auf diakritische Zeichen.

    Die Ergebnisausgabe erfolgt in Seiten zu je 10 Titeln und wird bei einer Menge von 1000 Treffern abgebrochen.


    Handschriften in der Universitätsbibliothek Tübingen


    Detail aus einer Abschrift der Reitlehre Federico Grisones (16. Jh.), Signatur Md 24


    Detail aus dem Nachlass Eberhard Friedrich Hehls (1765-1847), Signatur Md 303-45


    Detail aus den "Botanischen Exercitien" Eberhard Friedrich Hehls (1765-1847), Signatur Md 355-2


    Beschreibung der „sepia officinalis“ (19. Jh.), Signatur Md 425


    Wappen der Nürnberger Ratsmitglieder (16./17. Jh.), Signatur Md 51


    "Feuer löschende Maschine" aus der Abhandlung Johann Albrecht Glöcklers über Festungsbau (18. Jh.), Signatur Md 71


    Chronik der Stadt Schwäbisch Hall, Signatur Mh 763


    Die Chorographia David Wollebers (1555-1597), Signatur Mh 6,1


    Exlibris des Ludwig Gremp von Freudenstein, Signatur Mh 648



    Katalog der Bibliothek des Tübinger Collegium Illustre, Signatur Mh 446-3

    MhII217a
    Karikatur des Lehrkörpers (?) aus einer juristischen Vorlesungsnachschrift Karl Schönhardts im Wintersemester 1853/54, Signatur Mh II 217 a

    Mh II 115
    Diese Federskizze am Rande einer Vorlesung über Geburtshilfe im 19. Jh. könnte den Prof. der Chirurgie u. Geburtshilfe Leopold Sokrates von Riecke abbilden, Signatur Mh II 115

    Mh II 521
    Eine mit zahlreichen und teilweise kolorierten Federzeichnungen versehene Nachschrift einer Zoologievorlesung bei Prof. Franz von Leydig im Sommersemester 1862, Signatur Mh II 521


    Exzerpte und Abschriften zur spanischen Literatur und Geschichte, Signatur Mf III 2

     


     

    Zurück zur Suche


    Hinweise und Anregungen richten Sie bitte an die Handschriftenabteilung.

    Universitätsbibliothek Tübingen - Wilhelmstr. 32 - Postfach 2620 - D-72016 Tübingen